Mel Wolfen

Es ist nicht wichtig, was in deinem Leben passiert ...

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Wir müssen reden

Hallo zusammen.

Die Veröffentlichung meiner Novelle „Vaterliebe“ liegt etliche Monate zurück und war, um ein Fazit aus dem ganzen Brimborium, das die Veröffentlichung so mit sich brachte, zu ziehen, ein Schnellschuss. In Erwartung eines raketenhaften Aufstiegs zu früh auf den Markt geworfen.
Jeder Schuss ein Treffer? Weit gefehlt. Dabei dachte ich, wenn ich mich an die sozialen Netzwerke wende und sie nutze, kommen Ruhm und Reichtum schon von alleine. Denkste! War nich so. Wobei, an dem Ruhm bin ich gar nicht so sehr interessiert. Der Reichtum aber … Ich schweife ab.

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Leseprobe

Vaterliebe – Eine Reise in die Vergangenheit

Novelle © 2014 Mel Wolfen

Ich wuchs wie ein Einzelkind bei meiner Mutter auf. Meine neun Jahre ältere Schwester verließ uns, als ich zwei Jahre alt war, und zog zu ihren Großeltern. Meine Jugend war durchzogen von Episoden, in denen Männer kamen, sich zu mir und meiner Mutter gesellten und früher oder später wieder gingen. Ein paar Kandidaten hätten einer Vaterrolle gerecht werden können, der Großteil war aus den verschiedensten Gründen untauglich. Einer von ihnen, ein kleiner, dickbäuchiger Mann mit Vollbart, der seine Halbglatze mit übergekämmten Haaren zu kaschieren versuchte, schaffte es ein paar Jahre bei uns zu verweilen. Am Anfang der Beziehung hatte ich den Eindruck, er wäre der Kandidat, der meiner Mutter ein Ehemann und mir ein Vater sein konnte. Ich nannte ihn Vater, aber mit den Jahren stellte sich heraus, dass er ein jähzorniger Choleriker war, der dem Alkohol nicht abgeneigt war und den Namen »Vater« nicht verdiente. Er war zunächst ein stiller Säufer, der, wenn er einen ausreichenden Pegel intus hatte, sich zurückzog und still war. Das muss der Grund gewesen sein, warum meine Mutter ihm eine Chance einräumte und er viele Jahre bei uns blieb. Er störte sie nicht und es funktionierte. Gegenüber meiner Mutter mimte er den Familienvater, der seine Hand liebend über den Stiefsohn hielt.

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